Heiko Gigler: Über Krankheiten, Ehrgeiz und die harte Realität des Schwimmsports

Heiko Gigler im Sporthilfe-Podcast RAW © Sporthilfe / 15 Love

In der zehnten Episode  der Video-Podcast-Reihe „RAW – Real Athlete's World“ der Österreichischen Sporthilfe spricht der mehrfache Schwimm-EM-Medaillengewinner und vielfache Staatsmeister mit Moderatorin Karina Toth offen über die richtige Dosis Ehrgeiz, gesundheitliche Rückschläge und die Schattenseiten des Spitzensports.

Heiko Giglers sportlicher Weg ist von großen Erfolgen, aber auch von extremen Entbehrungen geprägt. Schon im Alter von 14 bis 17 Jahren spulte der Kärntner wöchentlich enorme Distanzen von 70 bis 80 Kilometern im Trainingsbecken ab. Der unbändige Einsatz zahlte sich aus: Gigler krönte sich in fast allen Lagen zum österreichischen Meister. Aufgenommen in der besonderen Atmosphäre des Bio- und Wellnessresorts Stanglwirt in Kitzbühel, blickt der Kärntner im „RAW“-Talk nicht nur auf Erfolge zurück, sondern spricht ungeschönt über den immensen Druck im Leistungssport und die Frage, wie viel Ehrgeiz der eigenen Gesundheit schaden kann.

Plötzlicher gesundheitlicher Rückschlag mitten im Training
Wie schmal der Grat zwischen absoluter Höchstform und schwerer Krise ist, erlebte Gigler am eigenen Leib. Mitten im harten Training, als er sich körperlich so gut wie nie zuvor fühlte, zwang ihn ein gesundheitlicher Schock aus dem Nichts zu einem elftägigen Krankenhausaufenthalt Im Podcast schildert er diese prägende Phase und erklärt, warum mentale Stärke und das richtige Mindset die entscheidenden Schlüssel waren, um sich wieder zurück zu kämpfen.

Ehrliche Einblicke im „RAW“-Talk:
„Mit einem Halsabzess hatte ich eine Notoperation.. […] Es passiert auf einmal so etwas aus dem Nichts, mitten im Training, ich habe mich vorher körperlich so gut gefühlt, aber du musst dann 11 Tage im Krankenhaus bleiben. […] Ich war so ungeduldig […] zwei Monate später war die Weltmeisterschaft, wo ich unbedingt dabei sein wollte […] ich bin sofort wieder ins Wasser gesprungen, sechs Wochen nach der OP war ich in Melbourne und bin österreichischen Rekord geschwommen.
Heiko Gigler über seinen plötzlichen gesundheitlichen Rückschlag

„Wenn mal einer sagt: ‚Für was machst du es überhaupt? Lass es sein, du schwimmst nur hinten mit, du bist jetzt nicht vorne dabei.‘ Das geht bei mir rein und gleich wieder raus. Also ich mache das, was ich machen will und das, was ich gerne mache.“
Heiko Gigler über Zweifler und seinen unerschütterlichen inneren Antrieb

Kritik an Österreichs Schwimm-Infrastruktur
Neben persönlichen Einblicken spart der Kärntner auch nicht mit struktureller Kritik. Er blickt auf die aktuellen Voraussetzungen im heimischen Schwimmsport und spricht offen an, warum Österreich seiner Meinung nach keine klassische Schwimm-Nation ist. Besonders die unzureichende Nachwuchsförderung bereitet ihm Sorgen: „Was gibt dir das für ein Gefühl, wenn du siehst, wir haben eigentlich schlechte Voraussetzungen für junge Mädels und Buben, die das vielleicht auch mal machen möchten?“, hinterfragt Gigler die Strukturen im Land.

„Bei ‚RAW‘ wollen wir authentische Geschichten erzählen – über Menschen, die trotz größter Widerstände ihren Weg gehen“, so Sporthilfe-Geschäftsführer Gernot Uhlir „Es geht nicht nur um Erfolge und Medaillen, sondern um die Menschen dahinter – um Mut, Zweifel, Neuanfänge und die Fähigkeit, immer wieder aufzustehen.“

Zehnte Auflage von RAW 
„RAW – Real Athlete's World“ ist der Video-Podcast der Österreichischen Sporthilfe und bietet authentische Einblicke in das Leben heimischer Spitzenathlet:innen – abseits von Wettkämpfen und Medaillen. Die aktuelle Episode ist ab sofort auf den gängigen Plattformen verfügbar. Produziert wird das Format von Marco Brugger (15 Love) in Kooperation mit dem Partner Decathlon.

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Zur Organisation

Die Österreichische Sporthilfe ist eine gemeinnützige und unabhängige Organisation. Sie leistet durch ihre finanzielle und ideelle Unterstützung einen wichtigen Beitrag zur sozialen Absicherung von SpitzensportlerInnen. Die Zuwendungen werden unbürokratisch und nicht-zweckgebunden nach Erfüllung von Leistungskriterien zuerkannt. Seinen Auftrag erfüllt der Verein ohne staatliche Förderungen. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich durch nachhaltige Partnerschaften mit der Wirtschaft, Benefizveranstaltungen und Fundraising-Aktivitäten.

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Manuel Latzko,  Julia Fassl und Ronni Gollatz

Manuel Latzko, Julia Fassl und Ronni Gollatz

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